Das Leben beginnt an dem Tag, an dem man einen Garten anlegt.

Das Leben beginnt an dem Tag, an dem man einen Garten anlegt. (chinesisches Sprichwort)

„Wenn Ihnen das hier alles zu viel wird, dann hätten Sie vielleicht besser Gärtner werden sollen“, so ein O-Ton aus bankerischem Unternehmensalltag. Mir ist der Ausspruch neulich in einer Meditation wieder in den Kopf gekommen; warum auch immer.

Achtsamkeit in der Personalführung werde ich sicher noch in einem Post thematisieren. Heute ist mir in diesem Zusammenhang etwas ganz anderes eingefallen.

Ich bin ein begeisterter Leser der Bücher von Paulo Coelho. Es sind sagenhaft weise Texte in einfacher, bezwingender Sprache erzählt und immer wieder äußerst berührend. Für mich fast schon Pflichtlektüre im Bereich Coaching und Therapie.

In einem seiner Bücher schreibt er:

Garten des Lebens, Achtsamkeit, Paulo Coelho„Ein Mensch kann in seinem Leben zwei Dinge tun: bauen oder pflanzen.

Diejenigen, die bauen, brauchen manchmal Jahre, um ihr Ziel zu erreichen, aber eines Tages ist ihre Arbeit beendet. Dann sind sie untätig, und die Wände, die sie gebaut haben, engen sie ein. Das Leben verliert seinen Sinn, wenn der Bau errichtet ist.

Aber es gibt auch diejenigen, die pflanzen. Sie leiden manchmal unter Unwettern, unter den Jahreszeiten und ruhen selten aus. Doch anders als ein Gebäude hört ein Garten nie auf zu wachsen. Und da er die Aufmerksamkeit des Gärtners immer fordert, kann für denjenigen der pflanzt, das Leben ein großes Abenteuer sein.“

Spanne ich den Bogen zu der eingangs geschilderten Situation ist klar, dass dort der eigentliche Beruf des Gärtners gemeint war. Obwohl der Vergleich an der einen oder anderen Stelle bestimmt hinken dürfte.

Aber ist unser Leben an sich nicht eine Landschaft oder ein Garten?

Garten des Lebens, Ausweg, AchtsamkeitBei dem einen ist es vielleicht der klar strukturierte, in Perfektion angelegte Garten. Ein anderer ist verträumt, verspielt, bunt und voller Leichtigkeit. Beim anderen zeigt sich ein wahrer Irrgarten, schwer bis ausweglos, dort voranzukommen. Der andere Garten ist weitläufig und ohne Begrenzung.

Aber allen Gärten ist mindestens eins gemein. Sie haben einen Gärtner; nämlich Sie selbst.

Für mich ist das eine schöne Metapher.

Egal welcher Garten;  jeder „Boden“ steckt voller Leben. Für alle, die hier innerlich in den Widerstand gehen – selbst eine Wüste ist voller einzigartigem Leben.

Mitunter sind Schätze versteckt – Ressourcen – die bei entsprechender Pflege zu etwas wunderbarem heranwachsen können.

In manchen Bereichen muss etwas altes und verdorrtes Gestrüpp beseitigt werden. Dann gibt es da auch Pflanzen oder Bäume, die sich bereits kraftvoll im Leben verwurzelt haben und Halt geben. Neues kann ausgesät werden; vielleicht ja auch als Experiment – passt das in meine Landschaft?

Natürlich werden nicht alle Pflanzen anwachsen. Andere passen vielleicht auch nicht bzw. nicht auf Dauer. Das wird sich dann zeigen und ändern, denn ein Garten ist etwas Organisches und unser Leben auch.

Also JA – lassen Sie uns Gärtner sein – wenn vielleicht auch nur im übertragenen Sinne!

Machen wir das Leben zu einem großen Abenteuer.

Anke Mehrholz

 

Mehr zu Paulo Coelho finden Sie unter Paulo Coelho im Diogenes Verlag

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